Die Ruhe nach dem Sturm

 

Zusammengekauert lag ich auf dem Boden unter meiner Jacke. Ich schluchtze vor mich hin, konnte aber nicht mehr richtig weinen. Spürte nichts mehr. Fühlte mich total ausgelaugt, hilflos, gefühllos, wie Tod. Seine Hand ruhte auf meinem Bein, er streichelte es sachte und schluchzte vor sich hin. Ich spürte seine Berührung, nahm es war, wollte es annehmen, erwiedern, doch ich konnte nicht. Ich war wie starr, total erschöpft, erschöpft vom weinen und von all das, was davor geschehen war. Leider !

Eine Stille kam auf, eine Zeit lang, sogar mein Schluchzten hörte auf,  nur mein unregelmäßiges Atmen nicht. Plötzlich fing ich wieder an zu weinen. Es wurde immer doller und konnte nicht mehr aufhören. Vielleicht lag es auch etwas daran, dass er seine Hand auf einmal von meinem Bein weggenommen hatte und ich mich daher hilflos und allein fühlte und ich wollte seine Nähe spüren. Doch, als ich wieder angefangen hatte zu weinen, da tat er nicht nur seine Hand wieder auf mein Bein, sondern zog mich ganz nah an sich heran und drückte mich ganz fest. Es tat gut und ich fühlte mich wieder etwas geborgen. Doch richtig aufhören zu weinen konnte ich noch nicht. Er trug mich dann auf seinen Händen in sein Wohnzimmer auf seine Couch, die zu einem Bett ausgezogen war. Ich wollte mich am liebsten unter die Bettdecke verkriechen und nie mehr darunter hervorkommen. Er zog mich dann aus, doch ich wusste, dass er nichts mit mir haben wollte, dafür war die Situation auch viel zu unpassend gewesen. Zwar küsste und umarmte er mich dann noch, aber mehr hat er nicht gemacht. Er zog mich nur aus, um mir dann Schlafsachen anzuziehen. Danach zog ich die Decke über meinem Kopf und wollte nie wieder aufstehen. Doch das ging ja leider nicht. Wir redeten dann nicht mehr über das Geschehen, was passiert war. Am nächsten Tag war wieder alles in Ordnung gewesen. Doch die Spur, der Schmerz von dem Geschehen, das brannte sich trotzdem in mir ein und so leicht konnte ich das nicht vergessen.